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veröffentlicht März 2003, bearbeitet März 2007
Lob des Aṣṭāṅga Yoga
Aṣṭāṅga Vinyāsa Yoga heißt jedes zweite Wort im Yogajournal, der bekanntesten Yogazeitschrift der USA. Auch in Deutschland, wie vorher schon in vielen anderen Ländern Europas, verbreitet sich dieser ursprüngliche und energiereiche Yoga stetig und unaufhaltsam. Die heutige Zeit ist empfänglich für ein System, das Herzkreislauftraining, Kraft, Flexibilität, Ausdauer, Konzentration und Ruhe in einem Paket liefert. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Aṣṭāṅga Yoga durch seinen Namen absichtsvoll mit dem von Patañjali kodifizierten achtgliedrigen Yogapfad verknüpft; so eng, daß es manchmal „Patañjala Yoga“ genannt wird.
Auf den ersten Blick erstaunlich, auf den zweiten jedoch klar ersichtlich, kann man dieses Energiepaket nicht nur bei jüngeren Erwachsenen anwenden. Kinder fahren darauf ab, und ältere Erwachsene sowie Menschen mit großen körperlichen Schäden profitieren davon. Wahre Wunder, die wir mit Dankbarkeit bestaunen, belegen diese These: ältere Menschen können die gleiche Leistung wieder erlangen wie junge, wenn sie bemerken, daß sich auch ein älterer und möglicherweise wenig trainierter Körper durch ein systematisches, intelligent aufgebautes System gesund erhalten oder wieder gesund machen läßt. Menschen mit Hüftgelenkschäden und künstlichen Hüftgelenken, Arthrose oder Schulter-Hals-Syndrom erhalten ihre Gesundheit und Lebenskraft wieder zurück. Aṣṭāṅga Vinyāsa arbeitet mit Zug und Druck an Gelenken und Muskulatur. So wird vermehrt Gelenkflüssigkeit in der bestmöglichen Konsistenz produziert. Für alle Menschen ist Kraftaufbau an Stellen wie Unterbauch, Schultergelenken, Oberarmen, Handgelenken, Knien und Knöcheln Voraussetzung für dauerhafte Gesundheit. Darauf legt Aṣṭāṅga Yoga neben der Aufdehnung aller Muskelpartien größten Wert. Zusätzlich setzt es die Muskeln an die richtige Stelle, die durch Verkürzung, Verkümmerung oder haltungsbedingte Verlagerung meist nicht mehr ihre Funktion an der vorgesehenen Position erfüllen können. Eine vollständige Umstrukturierung des Bindegewebes in feste, elastische Zellen wird nebenbei erledigt, ist jedoch Motor für alle anderen Veränderungen.
Die kühlende und konzentrationsfördernde Ujjayī-Atmung, die während der gesamten Praxis beibehalten wird, sorgt für energiereichen Ausgleich der Anstrengung und hält die Nebenhöhlen gut durchlüftet, was allen Atemwegserkrankungen und Nebenhöhlenverstopfung vorbeugt und sie auch heilt.
Mūla bandha und uḍḍīyāna bandha werden ebenfalls während der gesamten Praxis angezogen. Zusammen mit ujjayī und dem jedem vinyāsa zugeordneten dṛṣṭi (Blickpunkt) sorgen sie für den Energieaufbau im Aṣṭāṅga Yoga System.
All dies wird ausschließlich durch einen qualifizierten, auf das jeweilige Individuum zugeschnittenen Aṣṭāṅga Yoga Unterricht erreicht. Während des Gruppenunterrichts wird Einzelarbeit am Individuum geleistet. Die gesamte Arbeit an Körper und Energie muss langsam und sachverständig platziert begonnen werden, damit jeder Mensch ein Höchstmass an Verständnis für den eigenen individuellen Körper gewinnt.
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