...it's all over now, baby...
Mysore Donnerstag 5.6.08
...Während ich sonst immer mit meiner kleinen Super XL TVS zum Training gestocht bin, habe ich mich doch tatsächlich aufs Hinrennen verlegt. Um 5 Uhr 10 morgens laufe ich los und bin eine halbe Stunde später in der Dewans Road. Natürlich mache ich diese oder jene kleine Gehpause. Es ist toll, so früh morgens in Mysore zu laufen. Nur wenige Leute sind schon unterwegs, die Frauen leeren dieses und jenes Gefäß auf die Straße aus, hier und dort trifft man welche, die sich ausführlich am Straßenrand die Zähne putzen, und die Töpfer pennen unter einem dünnen Tuch auf dem Bürgersteig vor ihren zusammengestellten Waren.
Sheshadri fährt etwas später mit dem Fahrrad los und überholt mich gelegentlich. Auf jeden Fall komme ich gut aufgewärmt an. Das ist nützlich, denn im Mandala Shala sind die Fenster immer geöffnet und manchmal ist ziemlich Durchzug.
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Mysore Freitag 6.6.08
...Nach dem morgendlichen Run zum Training bleibt das Leben schön. Eine Stunde und 50 Minuten ashtanga ändern nichts daran. Die sorgfältige Arbeit am Alignment ist extrem zufriedenstellend und dem Grundsatz von re- gelmäßiger Übung in Verbindung mit Gleichmut aus sutra I,12 förderlich.
Danach ein weißer Tee (oh ja, den kriegt man jetzt auch in Mysore. Ich fürchte nur, bei dem Preis kann sich das nur ein extrem reicher Mensch leisten - wie ich zum Beispiel).
Schließlich konnte ich mich auf meine TVS schwingen und an die Uni gondeln...
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Durch einen Programmierungsfehler wurde der weiter folgende
tägliche Blog gelöscht. Die Reisebeschreibungen zu den Bil-
dergalerien und anderen erlebenswerten Plätzen in und um My
-sore wurden wiederhergestellt.
Alle Gegenden sind weitab vom internationalen, und häufig
auch vom nationalen Tourismus und viel mehr wert, besucht
zu werden, als die Orte, die üblicherweise in den Reise-
führern stehen: man trifft ganz reizende, normale Leute
und besucht im Grunde die Orte, die die Leute hier auch be-
suchen würden. Emotional reich beschenkt kehrt man zurück.
Mysore Mittwoch 18.06.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Himavad Gopala Svami Beta Hill, Fotos unter Mysore Info - Bilder - G.S.B.Hill
Das Wort Himavad im Namen dieses wunderschönen Berges verweist auf die feuchte Dunstglocke, die seinen Gipfel umhüllt, denn immerhin liegt er 1455 m über dem Meeresspiegel. - In Indien steigt man nicht auf Berge und wandert auch nicht. Man fährt oder geht höchstens als Askeseübung über die Fahrtstraße zum Tempel, der auf jedem Gipfel anzutref- fen ist. Nur die aller Abenteuerlustigsten wagen einen Aufstieg. Deshalb ist der Einstieg auch schier nicht zu finden. - Der Berg und seine Nachbarberge und Hügel sind Teil des Bandipur Game Sanctuary, 70 km von Mysore auf der Ooty Highway zu erreichen: einer der 15 Nationalparks in Indien. Er ist Teil des Eukalyptus- baumgürtels, der sich über die Bundesstaaten Karnataka, Tamil Nadu und Kerala spannt.- Für den G.S.B. Hill zweigt man jedoch nach ca. 55-60 Kilometern von der Ooty-Highway Richtung Gundlupet ab, wo uns bereits häufig Rinder- und andere Tierherden der Gegend begegnen. Nach etwa 5-10 Kilometern erreicht man Gundlupet und muss sich dort bei der einheimischen Bevölkerung nach dem Einstieg für den Aufstieg des Gopala Svami Beta Hills durchfragen. - Auf jeden Fall gibt es ihn und man möge standhaft immer weiter fragen und mutig englisch sprechen, wenn man schließlich jemanden gefunden hat, der einen vielleicht auch verstehen könnte. - Der Wagen, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man nur unter großen Mühen dorthin gelangen, muss etwas 3-5 Kilometer vor dem Einstieg in den Berg zurückgelassen werden, da die Lehmstraße stark zerfurcht und schier unbefahrbar ist. Man möge dann weiter tapfer geradeaus schreiten, bis der Einstieg sich in immer größerer Deutlichkeit sich anzeigt, und so oft wie möglich die wenigen Hirten fragen, sofern man überhaupt noch jemandem begegnet. Der Anstieg ist nun nicht etwa sonderlich schwierig. Ein wenig steil, aber nicht sehr steil und dauert etwa 1 1/2 bis 2 1/2 Stunden. Sheshadri lief vorneweg und gab das Tempo an. Gelegentlich trifft man auf Elefantenlosung. Die Aussicht ist wunderschön, auch wenn wir, die wir in der Regenzeit den Anstieg wagten, ziemlich nass oben ankamen. Die Aussicht ist wunderschön und viele interessante Einblicke in die verschiedenen Vegetationsstufen erfreuen uns inzwischen. Oben wartet wie überall der obligatorische Tempel, der in Indien überhaupt zu diesem Marsch anregt. Ansonsten würde sicher niemand je diesen Gipfel in Angriff nehmen. - Interessant sind auf jeden Fall auch die weiten Ausblicke während des Anstiegs auf die Vielfalt der Landwirtschaft, die momentan sehr auf Ragi, Sonnenblumen und Weizen spezialisiert ist. Ragi ist eine nahrhafte Getreidesorte, die zum Ragiball verarbeitet wird, einem weichen, heißen Kornbrei in Ballform. Vor allem die Bauern erhoffen sich davon Kraftaufbau. Es wir auch im grünen Zustand als Futtermittel verwendet.
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Mysore Samstag 28.6.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Chamarajnagar und Chikkahole 5.7.08 - Fotos unter Mysore Info - Bilder - Chamarajn. und Chikkahole.
Samstag ist immer frei, in fast allen Yogashala-s in Mysore und deshalb der ideale Tag, eine kleine Tour zu unternehmen. Chamarajnagar liegt 61 Kilometer von Mysore entfernt, eine Provinzstadt, in deren Nähe die Geburtsdörfer von Sheshadri und seiner Frau Bharati liegen. Ich wollte partout wieder wandern und Sheshadri zog mit. Aber auch in Chamarajnagar kannt niemand den Fluss, zu dem ich wollte und dessen Quelle wiederum an einem Berg läge, den ich erwandern wollte. Man wies uns schließlich zu zwei brahmanischen Rentnern, die sich als Steckenpferd mit der Umgebung befasst hatten. Doch auch sie konnten uns nicht wieterhelfen. Wir beschlossen, dass die chitravati seit vielen Jahren ausgetrocknet sei, was überhaupt nicht unwahrscheinlich ist. Das Schicksla ereilt einige flüsse hier im VErlauf der Zeit, nicht zuletzt, der berühmte Sarasvati Fluss, der etwas vor 5-800 jahren ausgetrocknet sein muss. Es gibt immer noch Nachfahren der dort ehemals ansässigen Brahmanen und der Fluss wird heute noch als einer der sieben Hauptflüsse Indiens aufgezählt.- Doch die beiden Rentner, Mr. Shripati und Mr. Ashvattanarayana, beschlossen dafür, uns zu begleiten, um mit uns weiter die Umgebung zu erkunden. Natürlich ist es sehr hilfreich, zwei Kenner der Umgebung im Auto zu haben. Wir fanden dann einen anderen kleinen Fluss, den Chikkahole, der, so winzig er auch erschien, einige Kilometer weiter zum Chikkaholedamm auf- gestaut war. Der daraus entstandene See war so schön, so frei und so men- schenleer, dass She- shadri und ich be- schlossen, ihn in der darauffolgenden Woche zu umrunden, was wir zusammen mit Harish auch in die Tat umgesetzt haben. - siehe Bilderga- lerie Mysoreinfo - Chikkahole - . Während sich Sripati und Ashvattanarayana noch ausgehfertig durch ein Bad und passende Kleidung machten, liefen Sheshadri und ich zum Tempel der königlichen Familie hinüber. Der Königssohn (Maharaja Krishna Raja Wodeyar mit vollem Titel) baute ihn zum Gedenken an seinen berühmten Vater, den König aus der Wodeyardynastie von Mysore im 19. Jahrhundert. An Rupies wurde nicht gespart, um ihn prächtig auszustatten. Im Tempelhof steht eigens ein riesiger traditioneller Karren, den die Gottheit des Heiligtums einmal im Jahr besteigt, um auszufahren und ihre Verwandten zu besuchen. Das gibt ein großes Fest, das im August stattfindet. - Auf der Suche nach dem Citravati Fluss, der zwar im Reiseführer angezeigt, jedoch nirgends in der tatsächlichen Umgebung zumindest unter diesem Namen bekannt ist, landeten wir in einem weiteren bezaubernden Tempel in Aralu Kote, einem winzigen Ort wenige Kilometer von Chamarajnagar entfernt: der Janardana (Vischnu) Tempel. Er wurde in der Hoysalazeit, im 12. Jahrhundert, errichtet. Dies heißt immer, dass die Architektur horizontal vielfach aufgeblättert ist. Wenn man einmal einen Tempel dieser Art gesehen hat, kann man alle anderen des gleichen Stils einordnen. In Aralu Kote lebte die Mutter von Baburuvahana, mit der Arjuna (der aus der Bhagavadgita) auf der Durchreise ein Verhältnis hatte. Babur kannte seinen Vater nicht. Als der nun nach ewigen weiteren Jahren mal wieder vorbeischaute und ziemlich angab, so in etwas: greift mich erst gar nicht an, hat eh keinen Zweck, ihr unterliegt sowieso, nahme der Junspund die Herausforderung an und setzte dem alten Helden ganz schön zu. Jedenfalls erkannten sie sich noch rechtzeitig. An der Stelle, wo Arjuna damals sein Pferd anband, wurde eine hohe Säule errichtet. - Die Vischnustatue im Hauptpujaraum ist so in die Architektur der Portalfolgen eingebaut, dass ihre Füße zur Nachmittagszeit von der Sonne beleuchtet werden. Füße sind am Wichtigsten. Zu ihnen beugt sich der Gläubige hin, um seine Demut zu zeigen.- Parallel zu den Hauptgottheiten Bramha, Vischnu, Shiva und der Devi werden immer andere besondere Wesen mindestens genauso intensiv und bedeutungsvoll verehrt und angebetet. Die Schlange ist ein solches Wesen, dem höchster Respekt gebührt. Sobald eine kleine Schlange den Weg ins Haus findet, bedeutet dies Glück und Segen. Ein Milchschälchen wird ihr hingestellt und in des Priesters Haus am Ende unsrer Resie wurde uns mit herzlicher leuchtender Freude in den Augen über die große Ehre berichtet, dass kürzlich eine Schlange ins Haus gefunden hatte, die dann durch ein winziges Loch wieder entschwunden war, was gleich mit bezeichnet und geehrt wurde. Alle Sandhügel, in denen Schlangenwohnungen zu erkennen sind, werden gleich umzäunt und verehrt, genauso wie Ameisenhaufen und der Ashvattabaum. Im August gibt es einen speziellen Festtag für alle drei. - Zum Abschied nach der Puja überreichte der Priester jedem von uns eine Basilikum (Tulsi) girlande, eine weitere Pflanze, die in jedem Haushalt draußen in einem speziellen Topf (Tulsikatté) zur Verehrung ansteht. - Der Hanumantempel im gleichen Ort Aralukote ist ebenfalls mit Arjunas Anwesenheit im Dorf verknüpft. Vor dem Kampf mit seinem Sohn vollzog er hier einige Rituale und verehrte die Gottheit mit der Puja. An dieser Stelle wurde ein Pujarundstein gesetzt, der allen Leuten, die keine große Puja im Tempel feiern möchten, gestattet, selbst ein kleines Verehrungsritual zu vollziehen. Nach hinten, um den Tempel herum, ist wieder ein wunderbarer Ashvattabaum, der passend zu Pujazwecken umzäunt ist. Immer, auch dem ungläubigsten Thomas, wird an diesen kleinen Tempeln der Umgebung klar, was Gottesverehrung grundlegend bedeutet. Deshalb ist es auch nicht so wichtig, Architektur- beschreibungen zu lesen, sondern sowieso wird jede Reise, wenn man sich auf die Lokalitäten, die Dörfer, die Kleinstädte, die Seele der Leute, die sie freizügig durch ihre Augen mitteilen, einlässt. -
Schließlich fuhren wir noch nach Haradanahalli, ein winziger Ort mit einem traumhaft schönen Tempel aus der Cholazeit. Auch diese nach einer Herrscherdynastie benannte Architekturperiode kann man ganz leicht immer wiedererkennen, wenn man einmal die Grundzüge gesehen hat: Im Gegensatz zur Hoysalazeit, wo ganz dünne Schichten horizontal übereinandergelagert sind, sind hier Blockkapitelle auf klare Säulen gesetzt. Die Architektur ist im Grunde klobig, aber tatsächlich wirkt sie äußerst elegant und ansprechend. Die Säulen sind meist in konstruktiver Raumauffassung gesetzt. Dadurch ergeben sich dem Besuchern bei jedem Schritt ein variierter Anblick ihrer Konstellation. - Der Venugopala-Tempel (Krischna), mit Statuen der Gottheit Rukmini (Partnerin von Krischna) und Satyabhama (ebenfalls Ehefrau) ist allerdings ziemlich verlassen, wie viele hinduistische Tempel in neuerer Zeit. Die Welt ist halt in der Softwareindustrie und kann sich nicht mehr mit ausreichender Zeit um die alten Gottheiten kümmern, wie es noch die vorherige Generation intensiv praktiziert hat. So ist der Hauptpriester, der täglich zumindest 2 Pujas für die Gläubigen vollzieht, auch ein Rentner, der zuvor als Ingeneur bei der Eisenbahn gearbeitet hatte. Er hält so gut es geht die Tradition aufrecht und den Temple einigermaßen in Schuss, auch wenn dichtes Gras die wunderschönen Säulengänge um das Hauptgebäude bereits unausweichlich überwuchert.- Und alle Brahmanen zumindest einer Gruppierung sin dauch immer irgendwie verwandt: der Priester war prompt ein naher Verwandter von Mr. Shripati, einem unserer verrenteten Begleiter. Deswegen bekamen wir auch alle vier einen Tee in seinem Haus. Sein Sohn hatte uns schon längst während unseres Aufenthaltes im Tempel unbemerkt in die Fotokamera gesteckt und zu Hause in den Fernseher geknastet. Dort guckten wir bereits raus, als wir das Haus betraten. Das ist halt die Software- generation.
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Mysore Freitag 25.07.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Svastya Ayurveda Village - 25.7.08 - Fotos unter Mysore Info - Bilder - Svastya Festland und Insel.
Dieses winzige Ayurvedaretreat an der Kaveri ist ein Kleinod. Und stellt euch vor: vor 4 Jahren war ich der erste Gast. Ich entdeckte in einem Reisebüro einen Flyer, auf dem dort Sanskrit als tägliche Sprache angeboten wurde. Da es sich in der Nähe von Mysore, in der Nachbarschaft der Stadt Shri Rangapatna befindet, rief ich sofort an. Der Besitzer des traumhaften Grundstücks mit vorgelagerter Insel war gleich am Telefon und versprach, mich sofort abzuholen. 6 Masseur/innen, 3 Ärzte, der Besitzer selbst als Sanskritlehrer und 2 Köche und noch viele andere Gärtner, Putzleute und die ganze Familie des Besitzers waren anwesend. Und ich war der einzige Gast. Man kann sich vorstellen, dass meine Tage wie für Gott in Frankreich verliefen. Mit den Jahren kamen ein paar mehr Leute, aber noch immer ist es in der Woche ruhig dort, und selbst wenn es ausgebucht ist, können die 9 Zimmer nicht zu viele Leute zulassen.
Es gibt keinen Fernseher, kein Radio, Internet nur im Büro (man kann es benutzen, wenn es nötig ist, aber die Connection ist ziemlich slow). Dafür hübsche Zimmer, freundliche Leute, kompe- tente Ärzte und gute Mas- seur/innen aus Kerala. Nothing to do. - Dort habe ich schon viele Sutrani gesplittet und unendlich viel Sanskrit für die vier Klausuren in den letzten zwei Jahren auswendig gelernt. In der näheren Umgebung sind die reizend- sten Orte zu besichtigen, wie den Thonnur Lake, Pandavapura mit den two sisters, einem kleinen Berg, den man ersteigen kann, das romantische Städtchen Melkote (Bildergalerie Melkote) und die westliche Abzweigung der Kaveri (Bildergalerie Flußbiegung) in Shri Rangapatana. Viele andere kleine, bezaubernde Ausflüge kann man ganz nach Belieben unternehmen - abends ist man in aller Stille wieder zurück zu köstlichen, einfachen Essen. - Solltet ihr euch von allem erholen wollen, ist hier der richtige Ort. Manches mal habe ich monatelang jeden Moonday und alle Samstage dort verbracht, um dann die Woche über wieder die anspruchsvolle Ashtangapraxis und den nicht weniger anspruchsvollen Prüfungsstoff erholter anzugehen. Unter dem Punkt "Nützliches" findet ihr in den nächsten Tagen alle Telefonnummern und die nötigen Hinkommhinweise. Für jedes Wetter geeignet, wunderbar kühl, eine Oase in der Hektik. Nur für Leute geeignet, die Ruhe genießen können. Man muss noch nicht einmal die Ärzte konsultieren - ich nahm auch nie eine Massage - hier kann man nur sein - das reicht schon aus.
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Mysore 02.08.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Pandavapura und Tonnur Lake - Mysore Info - Bilder - Tonnur Lake
Nach Tanja's Erholung von der gelegentlichen Darmgrippe mancher Indienreisender nahm ich sie mit in das Svastya Ayurvedazentrum, von wo wir eine bezaubernde kleine Tour nach Pandavapura, und über den Ort, der etwa 10 Kilometer von Srirangapatna ent- fernt liegt, hinaus zu den zwei Schwestern, einem winzigen Berg- doppel, das wir erwar- tungsvoll bestiegen. Was fanden wir oben? Ja, ein Tempel, wie hätte es anders sein können, mit einem Einsiedler und einem betrunkenen Jünger, die aber beide ganz reizend und gutmütig zu uns waren. Ein Pfad führte seitwärts hinab ins Unbekannte, das wir auch kennengelernt hätten, denn wir hatten uns bereits spontan zu einem längeren Marsch entschlossen, wenn Tanja nicht ihr Handy aus Versehen neben die Hosentasche geworfen hätte, und wir wieder zurück mussten, um es bei dem Einsiedler einzusammeln.
Doch danach erreichten wir noch den Tonnur Lake, einen bekannten, sehr großen Regenwassersee der Umgebung. Wunderschön war er. Der reizendste Platz war bereits belegt. Eine große Frauengruppe ratschte beim mitge- brachten Abendessen auf Bananenblättern unter dem mittig am Ufer aufgebauten Pavillion aus Stein. Wir liefen hinauf zum See und dann hinunter ins Dorf. Alles war ganz friedlich und man hätte meinen können, dass in Indien nur die reizendsten, sanftmütigsten Menschen wohnen. -
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Mysore Samstag 12.8.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Paschima Vahini - 12.8.08 - Fotos unter Mysore Info - Bilder - Flussbiegung.
Shri Rangapatna, eine kleine Stadt ca. 35 Kilometer von Mysore entfernt, ist allein schon eine Reise wert. Ganz in der Nähe jedoch biegt die Kaveri nach Westen ab. Wenn dies ein Fluss in Indien wagt, wird die Stelle sofort zu einem heiligen Ort. Es entsteht, wie anders, natürlich ein Tempel am Flussufer, von dem steile Stufen zum Wasser führen. An wichtigen religiösen Festtagen, zur Vorbereitung persönlicher wichtiger Projekte und wenn man Grund hat, einer Gottheit zu danken, fährt die Welt an diese Stelle und führt die nötigen Rituale mit Hilfe der ausgebildeten Priester durch. - Wasser an sich ist heilig. Nur ein wenig Wasser über den Kopf gesprenkelt, reinigt von vielen unguten Taten, und ein Bad gar in einem solchen Fluss an solch begünstigender Stelle wäscht die Sünden des ganzen Lebens in einem Wusch hinweg. Paschima (westlich) Vahini (Flussverlauf) heißt dieser Ort, der ein punya kschetra (ein günstiges Land) ist, weil die Kaveri-Nadi (der Fluss Kaveri) dort eben abbiegt. - Diese Stelle ist aber auch günstig, um Wsche zu waschen, Töpfe zu reinigen oder die Abbilder der Schlange in Form der Kundalini unter dem Ashvattabaum zu verehren.
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Mysore ...tag xx.x.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Melkote
Vom Svastya Ayurveda Village aus können wunderschöne Halbtagesrouren in die Umgebung unternommen werden. Die Zuständigen Leute dort im Büro an der Rezeption helfen gern, um einen Wagen mit Fahrer anzumieten. Meistens sprechen die Fahrer kein Englisch, doch können sie dafür sehr gut mit der einheimischen Bevölkerung kommunizieren, was uns sehr hilft, die vielen kleinen, vom internationalen Tourismus wenig besuchten Orte zu finden, die malerisch in der Umgebung verstreut liegen. Auch von Mysore aus kann man sie leicht besuchen, denn von dort nach der Stadt Shri Rangapatna, in deren Nähe das Svastya Ayurveda Village liegt, sind es nur 35 Kilometer. Dazu benötigt man allerdings mit dem Auto etwa eine Dreiviertelstunde von Mysore City aus. - Von Mysore nach Melkote sind es 50 Kilometer, von Shri Rangapatna aus sind es etwa 30 Kilometer, wofür man doch immerhin eine Stunde benötigt. Dabei fährt man über die kleine Stadt Pandavapura, die auch diese und jene Sehenswürdigkeit bietet und in deren Nähe sich die kleinen Berge "two sisters" befinden, die einen kurzen Aufstieg wert sind. Dies gibt uns Europäern auch einmal wieder die Gelegenheit, ein wenig zu wandern, denn man kann auf der andern Seite den Berg auch wieder hinabsteigen, wo immer man dann landet - es ist bezaubernd und man könnte den Fahrer per Mobiltelefon, dennn natürlich haben alle eins, bitten, einen an der Stelle, wo man dann ankommt, wieder aufzusammeln.
Melkote ist eine kleine Stadt, die in der Umgebung sehr bekannt ist und von vielen Kannadigas, den Einwohnern des Bundesstaates Karnataka, in dem Mysore liegt, wegen seiner Lage und Sehenswürdigkeiten besucht wird. Natürlich ist es nebenbei ein wichtiges hinduistisches Religionszentrum mit den entsprechenden Tempeln. Die Stadt ist auf felsigen Hügeln gebaut, die Yadugiri heißen. Von ihnen aus hat man einen guten Blick ins weite Kaverital. In den Tempeln wird ahuptsächlich Vischnu verehrt, denn der wichtige Philosoph Ramanuja aus Tamil Nadu, der hier im 11. Jahrhundert für viele Jahre lebt und nachdachte, hat diesen Zweig des Hinduismus noch einmal groß gemacht. Der Tempel auf dem Berg ist der Gottheit Yoga Narasimha geweiht, der Tempel unten Lord Thirunarayana. - Es gibt auch eine Sanskritam Patha Shala hier und eine riesiges Archiv mit 10.000 Palmblattinschriften aus diversen Jahrhunderten.
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Mysore Samstag 12.1.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - Somnathpur, Shivasamudra und Sangam
Im Januar machten wir einen wundervollen Kurztrip nach Somnathpur. Der Ort ist bestimmt, wie könnte es anders sein, von einem berühmten Tempel, diesmal der Hoysala Periode. Man erkennt sie an der wie mit dünnen Platten gestalteten horizontalen Gliederung und der feinen Ausar- beitung der Skulpturen. Berühmte Bildhauer mit Namen wie Dasoja, Chavuna, Jakanachari erschufen die Plastiken. Die Gewölbe sind durch Rosetten ausgefeilt und die Säulen mächtig, aber fein gegliedert. Der Tempel wurde um 1268 erbaut und ist natürlich bereits von Wind und Wetter in seinen scharfen Kanten längst gerundet. Nur 34 Kilometer von Mysore entfernt, taugt Somnathpur auf dem Weg zu Shivasamudra (auch Bluff genannt), einer rasanten Waserfallgruppe der Kaveri, als wunderbarer erster Zwischenstopp. Der Wasserfall ist lediglich 20 Kilometer von Somnathpur entfernt, aber schließlich benötigt man doch wieder mindestens 1 Stunde mit dem Auto. -
Die Kaveri nähert sich in breiter Bahn gemächlich dem tiefen, über 200 Meter breiten Tal, in das sie schließlich abrupt stürzt. Zwei riesige Wasserfälle entstehen daraus, die ein wichtiger Touristenpunkt für alle Inder/innen der weiteren Umgebung sind. Nur ganz gelegentlich sieht man ein weißes Gesicht. Auch hier gibt es wieder die Paschima Vahini, die Abbiegung des Flusses nach Westen mit dem anschließenden Wasserfall und zusätzlich die Purvavahini, die Abbiegung nach Osten mit Wsserfall. Die Fälle sind besonders in der Regenzeit sehr beeindruckend. Die indischen Leute klettern zum Wasser hinauf und baden in der Gischt. Schulklassen kommen während der Woche, denn ganz häufig unternehmen die Lehrenden mit ihren Schüler/ innen Klassenausflüge, um den Heimatkundeunterricht zu unterstützen.
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Mysore Freitag 18.1.08
...Reise in die Umgebung von Mysore - MM Hills - Alambadi - Falls - zweitägige Reise mit Reiner und Sylvia
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Mysore Freitag 15.8.08
...Da muss nun in absolut positivstes Gelb umgeschwenkt werden, um dem SuperGau ein deutliches "wir lassen uns nicht unterkriegen" entgegenzuhalten. Ach, vielen, vielen Dank für manche nette Mittrauermail um den gelöschten Blog. -
Aber hier die absolute Topnachricht: Die Praxis war schon wieder super. Sogar Handstand kann ich wieder einbauen, wenn auch keine Vinyasa-s. Dabei ist das rechte Schul- terblatt schon wieder recht gut an Ort und Stelle und zieht die Rückenmuskulatur funktionstüchtig so zusammen, dass die Schultermanschette entlastet wird. Yeah.
Und noch der absolute Knaller: Die vierte Sanskritprüfung ist von diesem Sonntag 17.8. auf genau eine Woche später verschoben worden. - Die Nachricht ereilte mich am Tiefpunkt meiner Lernphasen in der absoluten Gewissheit, dass die Vorbereitungszeit knapp würde. - Ich war so froh, dass ich sofort aufhören wollte, weiterzulernen. Zum Glück fiel mir gleich ein, dass ich dann demnächst wieder knapp dran sein würde. Nun ja, auch bis zum 24. kann ich unmöglich die Erläuterungen von 20 subhaschitani, 30 shloka-s, 20 Einführungen in verschiedene Bereiche der Sanskritdichtung, 10 Kurzge- schichten und diverse Gramma- tikprobleme so auswendig ler- nen, dass sie komplett abruf- bar sind. Aber vielleicht komme ich mir doch dann nicht mehr allzu verwirrt vor. - Auf jeden Fall ist Morgen Samstag und frei; und Sonntag wurde zum Moonday erklärt. Vielleicht unternehmen Jürgen und ich eine winzige Tour in einer Pause der Lernorgie. ...Lernen macht Spaß...
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Mysore Samstag 16.8.08
...Lernen macht Spaß!..
...Den ganzen Morgen bis 13h habe ich wie blöd gelernt. Hauptsächlich die shloka-s aus dem buchlangen Gedicht Raghuvamsha. In der Prüfung wird nach dem Splitting der Worte gefragt und dem Frageprozess für die Herausarbeitung der Prosa- stellung der Worte. Sie stehen ja ganz erziehungslos, wo sie wollen und machen einem das Leben dadurch schwer. Da sind dann so ungefähr, na, sagen wir mal 20 Worte in einem shloka. Die stehen da, wo der Dichter sie dem Rhythmus des Satzes entsprechend als angemessen em- pfand. Diese Wortfolge ergibt dann meist zunächst gar keinen Sinn, sondern hört sich nur wunderschön an. Man muss also erst mal das Verb rausfinden, z.B. tun. Danach fragt man weiter: Wer tut? Welche Eigenschaft hat er, welche weitere Eigenschaft hat er? Was tut er? Oder wen behandelt er wie? Welche Eigenschaften hat dann das oder der? Nachdem er dies getan hat, was tut er dann? Womit tu er es? Warum tut er es? Für wen tut er es? Worin tut er es und Wann tut er es? Nachdem man dann alles ganz genau herausgefunden hat, kann man nach diesem Aufbau endlich eine Reihenfolge der Worte herstellen, die einen Sinn ergeben. Diese Reihenfolge gilt es, in der Prüfung automatisch zu erkennen. Nun ja. -
Zur Belohnung führte mich Jürgen ins Metropole aus und dann auf die Sahara Fair, eine Verkaufsmesse, die zweimal im Jahr stattfindet, wo wir nochmal dies und das als winzige Zwischen- und Abschlusstestgeschenke fanden. Es gibt noch zwei weitere Messen mit Waren, meist Handarbeit, aus anderen Teilen Indiens. Die Messen sind meist auf riesigen Plakatwänden in der Stadt verteilt angezeigt. Es ist schon ganz interessant, wenn man in Mysore ist, mal dort vorbeizuschaun, auch wenn das Angebot nur selten unseren Bedürfnissen entspricht. Manchmal findet man jedoch etwas sehr Nettes, wie z. B. eine wunderbare Keramik- schüssel für meinen Haushalt, Sachen aus Ton, Holz, Bambus und Bast, indische Klamotten ohne Ende und so weiter. Diesmal habe ich einen Gürtel für Jeans erstanden. Und dann, um 5h, musste ich leider weiterlernen!
...Lernen macht Spaß... Ja, doch, unbedingt...
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Mysore Sonntag 17.8.08
...Lernen macht Spaß!...
Nach Tanja aus Essen mussten wir nun auch Sabine aus Lörrach mit gekochten Äpfeln mit Kardamom, Zimt und Muskat gegen Durchfall versorgen. - Dies ist das Ideal- rezept, wenn einen der "Delhi- belly" in Indien erwischt: 4 Tage die Verpflegung nur nach dem obigen Rezept ausrichten, und die Sache ist gegessen.
Ansonsten habe ich mich heute hauptsächlich mit den Sprichwör- tern befasst. Auch sie unter- liegen leider den Poesieregeln. Insofern muss zunächst die Prosawortstellung gefunden wer- den. Das ist aber hier gar nicht das Prüfungsthema. Zusätzlich haben die Autoren der Textbücher nämlich noch eine durchschnittlich 8-zeilige Erläuterung des Sinns beigefügt, natürlich auf Sanskrit, die es zunächst einmal zu verstehen galt und die, leider, auswendig reproduziert werden soll. Dies bedeutet, dass ich 20 kleine Erläuterungstexte auswendig lernen muss. Tja, Wahnsinn, vor allem, weil die Sprichworte ja deutlich sagen, was sie sagen wollen. In Indien jedoch lässt man nichts unkommentiert. Nichts. Jedes ältere Werk besitzt seinen Kommentar von einem anderen Autor, der genauso berühmt ist, wie das Werk selbst. Häufig ist dazu noch ein Kommentar des Kommentars als weiteres berühmtes Werk von einem Gelehrten erschienen. Insofern ist auch in diesen Prüfungsheften die Tradition korrekt fortgesetzt. Der Effekt ist halt auch, dass es einem aufgrund der vielen kleinen Texte, die man in seinem Gehirn speichern muss, erheblich leichter fällt, einen eigenständigen kleinen Text zu verfassen, von denen zwei leider leider ebenfalls Gegenstand der Prüfung sein werden. ...Lernen macht Spaß...
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Mysore Montag 18.8.08
...Lernen macht Spaß!...
Ja, und heute ging nur wenig in meinen Schädel. - Dabei hab ich mich hauptsächlich mit den Zusammenfassungen der Gedichtdra- men von Kalidasa und Shriharscha beschäftigt, die ich eigentlich gut kenne. Aber dann stellen die zu jedem Text ziemlich detail- lierte Fragen mit genau definier- ten Antworten. Die habe ich aller- dings auch schon auswendig ge- lernt. Das war in den früheren Prüfungen auch schon immer so: ein literarisches Werk und dazu Fragen und Antworten, die man vorbereiten konnte. Leider habe ich ein wenig spät bemerkt, dass in dieser Prüfung die Antworten wahrschein- lich gar nicht abgefragt werden, sondern solche Fragen eine Rolle spielen wie: "Wer sagt was zu wem?" Also, zum Beispiel: "Die Götter schaffen den Kampf gegen Tarakasura nicht ohne Deine Hilfe." Wer sagte das zu wem? Na ist doch klar: Brihaspati zu Bramha! Weiß doch jedes Kind. Na ja, und so weiter. - Also muss ich doch nochmal alle Texte aufmerksam durchlesen, und mir alle Dialoge merken. Macht auch nix, denn ich muss mir eh alles merken. Dr. A.N. Bhatt, mein Profes- sor, der mir bis vor zwei Wochen bei allem behilflich war, hat gerade mal durch- gerufen. Als ich monierte, dass man alles auswendig lernen müsse, sagt er nur: "YesYes!", als ob dies die natürlichste Vorgehensweise der Welt sei. Nun ja, er kann schließlich immerhin 4000 Grammatiksutrani aus- wendig. Aber ich glaube, er hat schon einige inzwischen vergessen. Hihi.
...aber eine Puja kann nicht schaden...
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Mysore Dienstag 19.8.08
...Lernen macht Spaß!...
Auf jeden Fall habe ich heute ganz wenig gelernt. Lediglich die Desiderative konnten sich bei mir festsetzen. Das sind reduplizierte Verbformen, die einen Wunsch ausdrücken. Leider hat jedes Verb eine andere Ausprägung, die man wie immer alle einzeln, und, man ahnt es schon: auswendig lernen muss. Außerdem habe ich die Vita der 5 größten Dichterfürsten des Sanskrit nochmals durchgelesen, denn von einem davon soll ich dann eine Zusammenfassung in Sanskrit geben. Ja, so stellen die sich das vor, aber ob ich das dann auch kann und mir überhaupt von diesem Text noch etwas einfällt, ist mehr als fraglich. Natürlich könnte ich ihn auswendig lernen, aber dafür müsste das Examen nochmals um zwei Wochen verschoben werden. - Egal, dafür ist das Schulterblatt noch etwas mehr an Ort und Stelle gerückt, und die Praxis nach 4 km Hinlaufen war wunderbar. Ich habe aber auch alles, was die Schulter belasten könnte, weggelassen. Dazu zählt zum Beispiel nicht der Bogen von oben, solange ich nicht die Arme über den Kopf hebe. Handstand war auch drin - sogar Mayurasana. Was will ich mehr. Inzwischen ist der Punktschmerz auf dem oberen Rücken in der Nähe des Schul- terblatts vollständig ver- schwunden. Auf jeden Fall durch sorgfältige Alignmentarbeit. Die rechte Schulter mit Blatt und Arm waren ganz nach vorn gezogen. Wie das entstanden ist, kann ich nicht mehr hervorholen. Keine Ahnung. Auf jeden Fall habe ich unglaublich viel dadurch gelernt und meine Körperarbeit nochmals um Wesentliches verbessert. Yeah!
...Training macht Spaß...
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Mysore Mittwoch 20.8.08
...Lernen macht Spaß!...
Gerade, um kurz vor 12h Mitter- nacht, habe ich den Rundumschlag, den die hier in den Vorberei- tungsbüchern für die Prüfung in der Sanskritliteratur machen, zu Ende exzerpiert. Es blieb mir schließlich doch nichts Anderes übrig, als alle 40 engbeschrie- benen Seiten, die von den Autoren des 1. Jahrhunderts bis zum heu- tigen Datum die komplette Litera- tur darlegen, nochmals durchzu- lesen und entsprechende Notizen rauszuschreiben. Die muss ich nun auswendig lernen. Was auf diesen winzigen Zetteln nicht steht, kann ich dann auch nicht auswerfen. So siehts' s aus. Dabei wurde nicht nur Poesie oder Prosa mitsamt allen verschiedenen Stilen erläutert, nein, auch Lexika (an die 30) des Sanskrit, heutige Zeitungen in Sanskrit und Liebesliteratur. Dabei dürfen sich die Leser/innen gar nicht verlieben. Mein Superprofessor wird immer ganz nervös, wenn ich ihn an dieser Stelle auf die Diskrepanz zwischen Literatur (immerhin sein Spezialgebiet) und Realität anspreche. Nun ja, vielleicht hat man ja noch eine/n Liebespartner/in neben sein/em arrangierten Angetrau- ten. Allerdings hauen ziemlich viele zu Hause ab, weil sie sich unangemessen verliebt haben. Doch meist werden sie wieder eingefangen und unter die richtige Haube gebracht, damit a Rua is. Die andere Methode der Verwandtschaft ist, so lange gegen den anderen Partner zu hetzen, bis auch a Rua is. Aber Viele lassen sich auch freiwillig und gern arrangieren und bestehen da- rauf, was ja ok ist und viele Vorteile hat. Und wie gesagt, es gibt ja noch Möglichkeiten nebenbei.
...aber Training noch viel mehr
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Mysore Donnerstag 21.8.08
...Lernen macht Spaß!...

...Training macht Spaß...

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Mysore Freitag 22.8.08
...Lernen macht Spaß!...
Viele Grüße aus der Hölle. Bin gerade um 23h wieder mit dem Auswendiglernen der Sprichwortkommentare fertig geworden. Zuvor habe ich ohne Ende komplexe Kompo- sita gesplittet und Gedichtmetrik aus- wendig gelernt. Mor- gen gehe ich alle Schlussfragen der Bücher nochmal durch und versuche, die Exzerpte der Literaturzusammenfassungen in meinen Kopf zu tun. Yeah. Die meisten Autoren kannte ich bis vor Kurzem noch nicht. Das ist nun leider auch der Unterschied zu den 2-3 indischen Leutchen, die diese 4. Prüfung drei Stunden lang mit mir durchschwitzen: sie ha- ben diese Namen schon in ihrer Kindheit gehört und Vieles davon in der Schule gelesen. Leider war das nicht Haupt- fach in meinem kleinen Gym- nasium in Alzey. Nee, ich glaube, ich kannte damals nicht mal das Wort sanskrit. Nun ja, in der Hölle ist es schön dunkel - wie vermutlich das Innere meines Kopfes am Sonntag um 10h bei der Klausur. ...Training macht Spaß...
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Mysore Samstag 23.8.08
...Lernen macht Spaß!...
...möglicherweise macht Lernen auch Spaß. Ich hab jetzt aber gar keine Lust mehr und die Beispiel- examina, die im Vorbereitungsheft für die Klausur aufgeführt sind, tragen nicht zur Ausschüttung von Serotonin bei. Wären sie nicht aufgeführt, wüsste man nicht, dass man tatsächlich alles auswendig lernen sollte. Nun ja, ich habe mein Möglichstes getan. Der Sprung von der dritten zur vierten Klausur ist nicht mehr ein Level, sondern 2 oder drei nach oben. Das kann ich Arme nicht be- friedigend in der zur Verfügung stehenden Zeit schaffen. Zwar hat sich mein persönliches Level deutlich angehoben, aber ich bräuchte wohl noch ein halbes Jahr, um alles in meinem Kopf zu stapeln. Mitschreiben ist alles. Danach kann ich weiterlernen und mich verbes- sern. Trotz allem habe ich bereits Aufträge für Artikel in 2 Sans- kritzeitungen. Hihi, total witzig. Die werde ich auch in den nächsten Monaten zusammenstoppeln. Hihi.
...Training macht Spaß...
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Mysore Sonntag 23.8.08
...Schluss mit Lernen...
Vielen Dank für die vielstimmigen Tryambakams und Daumenpressen. Diese Me- thoden helfen doch immer wieder. War alles kein Problem, doch hätte ich nicht bis kurz vor Schluss gebüffelt, wär es ein Pro- blem geworden. Die haben wie immer alle Themen zum Teil detailliert abgefragt. Von zwei Autoren hatte ich gar keine Ahnung. Das waren die, die dem Auflückelernen zum Opfer gefallen sind. Dafür habe ich einen unendlich langen Text in Sanskrit zum Thema "Sanskrit - die Spra- che" erfunden. Das war die dritte Alternative, zum Glück. Es ist auch nicht so schlimm, wenn der Textinhalt nicht perfekt schlüssig ist. Hauptsache, die Sprache ist soweit ok. - Und zeitlich war es wieder ganz knapp. Man muss da drei Stunden richtig vorwärts schrei- ben. Überlegen kann man nicht mehr viel. Kaum hatte ich den letzten Punkt gesetzt, musste ich auch schon abgeben. Aber alle andern fanden es auch eher schwer. Jürgen kann jetzt end- lich noch mal für zwei Tage entspannen, wo ich ihm nicht mehr die Ohren mit Sanskrit volljaule und auch mal wieder beim Kochen helfen kann. It's all over. Ich hab den Überblick.
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Mysore Montag 24.8.08
Abschließend muss man doch immer noch mal ziemlich viel erledigen. Ein paar Leute wollten uns noch einladen, Sheshadri's wollten die Wasch- maschine und die Stereoanlage erklärt bekommen, die Nachmie- ter ebenfalls, die Putzfrau brachte Dosa-s zum Frühstück, vier kleine Kinder verabschie- deten sich, dies und das muss- te noch eingekauft, Jürgens Brille abgeholt, ein letzter Termin bei Prof. Nagaraja Rao für die Sutragrammatik wahr- genommen werden, Jayashri wurde besucht und so weiter. - Aber abends gabs trotzdem Training ... denn das macht Spaß.
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Mysore Dienstag 25.8.08
Vier kleine Nachbarskinder kamen extra vorbei, um sich zu verabschieden.Ganz ernst- haft aßen sie jede/r zwei Toffifee von Jürgen und drückten ihre Trauer über unseren letzten Tag aus.- Meine kompetente Putzhil- fe Kamalamma (kamala = Lotus; amma = Mutter) kam morgens mit Dosa-s zum Frühstück, von ihrer äl- testen Tochter Kempi zubereitet, und nachmit- tags nochmals mit 12 traditionellen roten,gold- gepunkteten Armreifen. - Dr. Bhat wollte uns partout noch zu sich nach Hause lotsen. Das hatte er nämlich seiner Familie ver- sprochen.Er ist aber ein wenig nachläs- sig im früh- zeitigen Über- mitteln sol- cher erfreuli- licher Bot- schaften, so dass es doch manchmal einfach zu spät ist, und die Zeit nicht mehr ausreicht, die erfreuliche Einladung anzunehmen. - Abends kamen Sheshadri mit Frau Bharati und Harish mit Kaschmirschal für Jürgen und lila Sari für Beate.- Harish löste noch schnell ein Sudoku aus Jürgens Buch, Bharati wurde von Kater schwarz/weiß in Beschlag be- legt, der einzigen, der er sich voll hingibt, Jürgen sorgte für die lockere Stimmung und She- shadri gab zu allem den nötigen Kommentar.
Auf jeden Fall hatten wir zwei proppevolle Koffer und die Herzen ebenfalls voll, als wir um 8h abends schließlich doch noch Rich- tung Bangalore Airport im strömenden Monsun geschifft wurden. Nach vier Jahren hauptsächlich Indien muss erstmal  Abstand geschaf- fen werden. Vor allem muss ich lernen, nicht mehr mit dem Kopf zu wackeln, um meine Emotio- nen auszudrük- ken, den Salat statt mit den Fingern mit Besteck zu essen, nicht zu schmatzen und endlich wieder ziemlich viel Haut zu zeigen.
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