Sozialrevolution
Naxals
Tribals
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Gewalt
weg

Naxalinfos

der Begriff Naxals ist so bekannt, dass sogar in Wikipedia
der Link zu einem umfangreichen Artikel führt

Regierungssturz


27.3.07

Hört, hört – das Unfassbare ist Wirklichkeit. Da hat es doch tatsächlich eine politische Partei und deren bewaffneter Arm geschafft die bitterarme Bevölkerung zu unterstützen, die ihren Feudalherrscher gezwungen hat, zwecks Rettung der eigenen Haut auf die Schnelle abzudanken.
So geschehen und aller Welt bekannt vor einigen Monaten in Nepal.
„Revolution can’t be repeated“ sagt dazu ein interviewtes Mitglied der CPN, die das Kunststückchen hingebogen hat, weise im Deccan Herald vom Di 27. März 07, und steigt in den Demokratisierungsprozess ein. Die UN hat sich schon eingeschaltet und die Waffenabgabe der ehemals bewaffneten Bewegung kontrolliert.

Zusammen mit der Allianz der anderen Parteien unterzeichnete die CPN ein Abkommen, das den Demokratisierungsprozess im Land einleitet und Wahlen ansetzt, die, so die CPN wieder weise, nun von ihr demokratisch gewonnen werden müssen. Vom indischen Volk erwartet Lakshman Panth, regionales Mitglied der CPN in Indien und dort zuständig für die Nepalesen, Unterstützung gegen den US-Imperialismus und die reaktionären Kräfte in der Welt, die die CPN daran hindern könnten, die Weltrevolution von Nepal ausgehend weiter zuverbreiten. Das wird in Indien alles ganz ernst haft und tolerant abgedruckt.
Und das möchte man dann mal sehen, wie sich Indien für die Weltrevolution einsetzt!

Deccan Herald Mysore 1.4.07 infos, eig. Text
Die Bildung der Interimregierung wird verzögert, weil eine Partei mit der Ministerzuteilung nicht einverstanden war. Nun wird jedoch eine 21-köpfige Ministergruppe bereitgestellt, deren Führung Premierminister Girija Prasad Koirala übernehmen wird. Seine Partei, die Nepali Congress ist größte Partei des Landes, direkt gefolgt von den "Maoists". Beide erhalten 5 Ministerposten, wobei sich die ehemaligen Kämpfer weiter mit Sozialrevolution, diesmal im Parlament, beschäftigen werden: Die Ministerposten Information und Kommunikation, local development, physical planning and works, forest, women, children and social welfare werden von ihnen verwaltet.

Nun ja, inzwischen nahmen die Dinge ihren Lauf. Man hat schon ein wenig Schwierigkeiten , innerrevolutionär.


28.3.2007 - Mysore

Wer sind die Naxals überhaupt?

Ein Zusammenschluss des Maoist Communist Center of India und der Communist Party of India, Marxist Leninist (People’s War) ergab dann die Communist Party of India: verantwortlich für 40% der Naxal-Aktivitäten. Etwa 40 linksorientierte Gruppen oder Parteien des bewaffneten Kampfs werden von vorgenannten Parteien unterstützt, bzw. gingen aus ihnen hervor, da das Elend der unter der Armutsgrenze Lebenden von den Regierenden nicht ausreichend angegangen wurde und wird.

Was heute „Maoist“ oder „Leninist“ bedeutet, hat meist mit der Ursprungsbedeutung der Bezeichnungen kaum noch etwas zu tun – auch wenig mit den ehemaligen kommunistischen Parteien der Sowjetunion oder China. Die Gruppen sind sowohl demokratische Partei, als auch Hintergrund eines bewaffneten Arms, den Naxals, der logistisch und intellektuell auf dem neusten Stand ist. Der Begriff sozialrevolutionär charakterisiert das Selbstverständnis der Naxals möglicherweise am besten. Diese Bezeichnung wurde entwickelt für Gruppen oder Einzelpersonen, die Unterdrückte auf ihre Rechte aufmerksam machen, ihnen dabei helfen, sich zu wehren und gleichzeitig ihre Autonomie achten.

Wo arbeiten Naxals?

Der rote Korridor der Naxals in Jharkand und Chattisghar wurde auf Bihar, Orissa, West Bengal, Andhra Pradesh, Madhya Pradesh, Karnataka und Tamil Nadu durch großen Zulauf und gute Logistik erweitert. Etwa ein Fünftel des indischen Staatsgebietes ist somit betroffen. Die dichten Wälder der übriggebliebenen Dschungellandschaften Indiens, wo auch die einheimischen Stämme, die Tribals leben, bieten den Naxals Schutz. Sie kämpfen vor allem gegen die Polizei, als dem Frontschild der Unterdrückung, Korruption und Gewalt der Reichen und Hochkastigen gegen die Armen.

Warum haben sie so einen Erfolg?

Die offizielle Armutsgrenze in Indien ist momentan auf 352 rupies monatlich festgesetzt, unter die etwa ein Viertel der Bevölkerung fällt – dies entspricht etwa 7 €; von 400 rps kann man aber auch noch nicht leben und von 1000 nur bedingt.Das ist jedoch nicht alles, was zur Naxal-Unterstützung in den betreffenden riesigen Landstrichen führt: Niemand kümmert sich um die Rechte der Armen, sie kennen sie auch nicht, auch wenn es für fast alles und jedes ein Gesetz in Indien gibt. Ihre Länder werden enteignet, ihre angestammten Wohnregionen zu anderen Zwecken (Bodenschatzabbau, Holzwirtschaft,Industrieansiedlung) umgenutzt. Die Korruption ist so groß, dass sich die Unsummen, die von der Zentral-Regierung sowie den Regierungen der jeweiligen Bundesstaaten für die strukturelle Verbesserung mit sehr gut überlegten Plänen bereitgestellt werden, in den Zwischenstufen nach unten vor dem Erreichen der gedachten Empfänger, vaporisiert haben.

Die Gründe:
real existierende Missstände der Regierung,des politischen Systems
soziale Ungleichheit
Verwaltungsversagen
Mangel an Kenntnisnahme der Fakten durch die Regieriung

Zum Beispiel herrscht in Jharkand, obwohl reich an Bodenschätzen, unglaubliche Armut bei den einheimischen Stämmen, die größtenteils in Reservaten leben. Sie sind bitterarm, vollkommen ungebildet im bürgerlichen Sinn und ganz und gar arbeitslos. Traditionelles Wissen und Subsistenz sind irrelevant. Wenige Reiche besitzen die Macht über die gesamte Geldwirtschaft.


Konkrete Aktionen

Mysore, 28.3.2007

Zusammenfassung der Infos des Artikels von MO 12.3.07 von Kalyani Shankar

Erschießung von Jamshedpur MP Sunil Mahato durch Naxals in Jharkand. Trotz Leibgarde wurde er bei einer öffentlichen Rede aus nächster Nähe erschossen.

Zur Zeit gibt es 165 sogenannte “naxal affected areas“ in Indien

Allein 652 Tote (meist Polizisten und Personen, die den Armen zwecks persönlicher Vorteile schwer geschadet haben) aufgrund von Naxalaktivitäten zwischen 2001-2006 in Jharkand, in Bihar 540, in Andhra Pradesh 509 in der gleichen Periode.

Seit Jharkand im Jahr 2000 vom Bundesstaat Bihar abgetrennt wurde, konnten die Naxals sich dort weiter konsolidieren und ausbreiten, wie ebenfalls in Chattisgarh, das aus Madhya Pradesh zur gleichen Zeit ausgeschnitten wurde.

Naxal- Einfluss in 18 der 22 Distrikte von Jharkand, besonders in Chatra, Palamu, Gunia, Hazaribagh und Ranchi
Vor einigen Monaten Landmine in Bokaro, die 13 Polizisten tötete, im Juni 07, waghalsige Attacke von 400 naxals auf ein Central Reserve Police Camp, wo ein jawan getötet wurde.

Dezember 06

naxals stopped the train and killed policemen Regierung in Jharkand bat darauf die Zentralregierung um 12 Batallione mehr zusätzlicher paramilitärische Kräfte

Chattisgarh 19.6.07

Deccan Herald Mysore, Fr, 16.3.07

54 Personen der Sicherheitskräfte wurden getötet, als etwa 400 bewaffnete “Maoists”, so werden die Naxals auch schon mal aufgrund ihrer engen Verbindung zur entsprechenden ehemaligen maoistischen Kommunistischen Partei genannt) ein Polizeilager in Ranibodi im Dantewada District in der South Bastar-Region, einer von „tribals“ bewohnten Gegend in der Nähe von Kutru am Do 15. 3. vor Anbruch der Dämmerung stürmten.38 Special Police Officers (SPOs: junge Rekruten aus der Region, die an Waffen angelernt werden und die Polizei durch ihre Kenntnis des Geländes von Wald und Berg unterstützen; die Offiziere kommen meist nicht aus dem Landstrich und können die undurchdringlichen Dschungelwege nicht meistern) und 16 Constables der Chattisgarh Armed Force (CAF), 11 weitere erlitten schwere Brandwunden durch Benzinbomben. Die Angreifer räumten auch das Waffenlager.Das Polizeicamp war in einem Ashram Schulgebäude eingerichtet, dessen andere Hälfte 38 Schulmädchen als Unterkunft diente, die jedoch von dem Angriff nicht betroffen wurden.

Zusammenfassung des Artikels in der

Vijjay Times S. 6 von Mo 19.3.07
Naxals töten 55 Sicherheitskräfte der Rani Bodli Police Station des Bijapur Districts in der Region Bastar. Nach professionellem Einsatz von geschätzten 500-700 Naxals, die mit einem Generator um 2h nachts das Geländer der Polizeistation taghell erleuchteten und stürmten, verschwanden sie bis Tagesanbruch spurlos im angrenzenden Dschungelgelände. Gründe für den Angriff: der Graben zwischen arm und reich, die Industrialisierung von Land der eingeborenen Stämme, die Benachteiligung der Armen und die Misshandlung der Frauen.

Nepal

vor einigen Monaten: Sturz der Regierung und Einleitung des Demokratisierungsprozesses

23.3.07

Info-Auszüge aus: Dileep Padgadnikar in Times of India: Naxals

They operate in jungle tracts in Andhra Pradesh, Orissa, Bihar, Jharkhand, West Bengal, Uttar Pradesh, Madhya Pradesh and Maharashtra.
Theories abound about the extent of coordination between these groups. According to the most plausible one, they are attempting to establish a Compact Revolutionary Zone (CRZ) stretching from Nepal to the south of Andhra Pradesh and the Tamil Nadu coast of the Bay of Bengal. The PWG in Telangana, Orissa and Jharkhand, and the MCC in north Bihar, are believed to have established close operational links with the Maoists of the Himalayan kingdom. The latter control 32 of the country's 75 districts and are in a position to defy the authorities in 54 districts, including in 14 adjoining the border with India.

Success in establishing the CRZ would enable the leftwing extremist groups to cut off the north-eastern region from the rest of the country. They will also be in a position to lord it over huge deposits of minerals and oil. All this would go a long way to fulfill the agenda of the Naxalite movement which had turned West Bengal into a killing field four decades ago.

Moderne indische Denker und Politiker sind der Überzeugung, und dies wird vermehrt aktiv umgesetzt,
dass die einzige Möglichkeit, die Naxals wegzumobben, die Ermächtigung der regionalen Regierungsvertreter ist, für Gleichheit zu sorgen, die Armut zu verringern und Bildung und Entwicklung in den betroffenen Regionen zu intensivieren.

Das Leitthema einer Ausgabe der Wochenzeitschrift India Today im Februar 2008 beschäftigt sich ausführlich mit der Bewegung der Naxals.


India Today S. 26 f, 14. July, 2008
35 Greyhoundtruppenmitglieder wurden von den Naxals in Andhra Pradesh in einem Hinterhalt getötet. Die Greyhounds sind eine Spezialeinheit der Polizei für den Einsatz gegen Naxals sei 1989. Sie bestehen zur Zeit aus 2470 jungen Männern, die für Extrembedingungen in unwirtlichem Gelände geschult sind und gut bezahlt werden. Ihnen steht ein unterstützender Geheimdienst zur Seite, der speziell für die Sammlung von Infos zu den Naxals eingerichtet wurde und geschickt ihre Unterwanderung betrieb. Dies führte zu einer Schwächung der bewaffneten Untergrundkämpfer in Andhra Pradesh, deren Anführer zum Teil getötet oder gefangengenommen wurden. Die Naxals zogen sich weiter in die Wälder nach Orissa zurück, um ihre Kräfte neu zu sammeln. Die Operationen gegen die Naxals waren erfolgreich bis zum 29. Juni, als die Polizei von Orissa ein großes Boot für eine Einheit von 55  Greyhounds für ihren Rücktransport von einem Einsatz in den Wäldern von Orissa buchte.
Die Information wurde wahrscheinlich an die Naxals weitergegeben. Gut ausgerüstet legten sie einen Hinterhalten und brachten das Boot zum Sinken.

Deccan Herald Juni 2008
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Viele Insiderdiskussionen und Documentationen der Geschichte der Bewegung