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samādhi Auswertung
Im Sinn von asteya -nicht Stehlen- muss auf die Autorschaft bei Kopie und anderer Verwertung hingewiesen werden - 5.10.07 bg
samāpattiḥ explained
In I, 18 wird ein „anyaḥ“ erwähnt, ein „Anderer“ im Vergleich zu samprajnātaḥ in sūtra I, 17
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I,17
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Transkription
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vitarkavicārānandāsmitārūpānugamāt saṃprajñātaḥ
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Übersetzung
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Exaktes-Wissen-Seinsweise saṃprajñātaḥ (entsteht) aufgrund des hintereinander Auftretens von Zweifel, prüfender Überlegung, Wonne und Egoismus asmitā
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I,18
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Transkription
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virāma-pratyayābhyāsa-pūrvaḥ saṃskāra-śeṣo´nyaḥ
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Übersetzung
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Der „Andere“ (ist) ein Resteindruck saṃskāra, der auf wiederholte Beschäftigung abhyāsa mit Bewusstheit der Pausen folgt
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Die saṃprajñāta-Seinsweise ist durchaus noch sehr „ verworren“. Zwar haben wir uns aus der Identifikation mit unseren individuellen Bewusstseinstätigkeiten (I,4) aufgrund von distanzierender Wahrnehmung in Meditation und Alltag befreit, doch ist hier die Sichtweise von der buddhi, dem wahrnehmenden Verstand bestimmt. Sie ist zwar nicht so konzeptbelastet wie die Sichtweise auf die Welt mit dem individuell konditionierten Verstand manas, jedoch weiter eine individuelle Betrachtungsweise der Schöpfung. Sie ist aber immerhin um allgemeingültigere Wahrnehmung bemüht.
Der „Andere“ hingegen beschreibt eine Seinsweise, die alle Eindrücke, die aufgrund unserer konditionierten Seinsweise entstanden sind und erinnert wurden, losgelassen hat, weil der Eindruck der Pause zwischen den individuellen Bewusstseinstätigkeiten groß und stark geworden ist und alles andere verlöschen ließ. Das Eigenwesen des Objekt/Subjekts scheint hervor I, 43.
I,41
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Transkription
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kṣīṇavṛtterabhijātasyevamaṇer grahitṛgrahaṇagrāhyeṣu tatsthatadañjanatā
samāpattiḥ
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Übersetzung
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Versenkung samāpattiḥ hat der Edle, dessen Tätigkeit vṛtti erschöpft ist, im Greifen, Festhalten und Wahrnehmen wie durch ein Juwel, darin befindlich die Farbe des Objekts annehmend
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Wir, deren Bewusstseinstätigkeiten erschöpft sind, können Objekte und Subjekte wahrnehmen, wie sie sind, ohne Überlagerung durch unsere Konzepte von ihnen. Objekte und Subjekte können sich uns nun ganz in ihrer Seinsweise mitteilen, ohne dass eine Konditionierungsmauer zwischen Objekt/Subjekt und uns zwischengeschaltet ist. Das Objekt/Subjekt kann uns gefahrlos für uns und das Objekt/Subjekt einnehmen, da weder seine noch unsere Individualität die Gegenseite bedrückt.
I,42
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Transkription
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tatra śabdārtha-jñāna-vikalpaiḥ saṃkirṇā savitarkā samāpattiḥ
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Übersetzung
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Dort ist die nachdenkliche savitarkā Versenkung samāpatti zusammengefügt mittels falscher Vorstellungen (Konzepte) von Wort, Bedeutung und Wissen
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Es gelingt eine Versenkung in die Umgebung, die jedoch ganz und gar Ich-orientiert erfahren wird, da die Erinnerungen, die durch unser individuelles Meinungsdenken mittels des manas gebildet wurden, noch nicht erloschen sind.
I,43
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Transkription
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smṛti-pariśuddhau svarūpa-śūnyevārtha-mātra-nirbhāsā nirvitarkā
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Übersetzung
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In der Reinigung der Erinnerungen (entsteht) die unnachdenkliche nirvitarkā , ähnlich nur der Sache an sich, gleichsam ohne Eigenwesen
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Durch weitere Übung der reinen Wahrnehmungshaltung, indem wir unsere Konzepte allmählich durch pure Wahrnehmung der Objekt/Subjekt an sich ersetzen, erlöschen die Erinnerungen. Das Bewusstsein wird von Konzepten befreit. Wir können ein Objekt / Subjekt wahrnehmen, das nicht mehr von unseren Konzepten der erinnerten Konditionierungen eingefärbt ist.
I,44
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Transkription
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etayaiva savicārā nirvicārā ca sūkṣma-viṣayā vyākhyātā
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Übersetzung
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Eben durch diese (nirvitarkā) wird bezogen auf die Fein(-stofflichen) die (Versenkung) mit Überlegung savicārā und ohne Überlegung nirvicārā ausführlich erklärt
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Dies ist jedoch lediglich bezogen auf die ununterbrochene Übung mit grobstofflichen Objekten/ Subjekten, die wir sehen, hören, riechen, berühren und schmecken können. Nun entsteht durch den Wegfall unserer Fixierung auf die „Kleider“ des Objekts/Subjekts die Möglichkeit, seine Feinstofflichkeit wie Klang, Geruch, etc, konzeptfrei wahrzunehmen
I,45
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Transkription
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sukṣma-viṣayatvañcāliṅga-paryavasānam
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Übersetzung
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Und das Resultat ohne Merkmal ist beschränkt auf die Fein(-stofflich)en
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Schließlich fallen die feinstofflichen Merkmale ebenfalls aufgrund unseres konzeptfreien Denkens weg. Es entsteht eine Wahrnehmung, die völlig ohne individuelle Bewertung auskommt. Sie kann nur über diesen Weg der Wahrnehmungsentwicklung vom grobstofflichen zum feinstofflichen Objekt/Subjekt gelingen und ist deshalb eine Folge der Wahrnehmung der feinstofflichen Objekte. Ein Überspringen ist nicht möglich.
I,46
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Transkription
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tā eva sabījassamādhiḥ
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Übersetzung
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Eben jene beiden sind Vollbringung samādhi mit Samen
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Wenn nun diese Wahrnehmungsentwicklung aus I, 42 – 45 vollzogen ist, gelingt eine „Vollbringung“, eine Wahrnehmungshaltung, die einen Resteindruck hat, gemäß der samprajñāta-Seinsweise aus I,17. Sie nennt sich sabījassamādhiḥ
I,47
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Transkription
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nirvicāra-vaiśāradye’dhyātma-prasādaḥ
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Übersetzung
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In der Unfehlbarkeit der Ohne-Überlegung nirvicāra (ist) die Klarheit des Selbst ātman
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Hier scheint schon eine Unfehlbarkeit in der Wahrnehmung, eine von individueller Meinung freier Betrachtung von Objekt/Subjekt möglich zu sein. Sie ergibt die Wahrnehmung des „Selbst“, sowohl von Objekt/Subjekt, als auch des Betrachters, die frei ist von individueller Konditionierung.
I,48
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Transkription
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ṛtambharā tatra prajñā
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Übersetzung
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Wahrheit-tragend (ist) dort die Einsicht
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Auch scheint dort durch Wegfall der Vieldeutigkeit individueller Konzepte eine allgemein-gültige Wahrheit aufzutauchen
I,49
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Transkription
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śrutānumānaprajñābhyām anya-viṣayā viśeṣārthatvāt
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Übersetzung
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Aufgrund des von unterschiedlicher-Bedeutung-Seins (erfährt man) das Sinnesobjekt des „Anderen“ mittels Einsicht durch Gehörtes und Schlußfolgerung
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In dem in I,18 erwähnten „Anderen“ ist das Objekt/Subjekt der Wahrnehmung offensichtlich so entscheidend anders als jemals erfahren oder gehört, dass wir es uns nicht vorstellen können Wir haben die Möglichkeit, mittels dem, was wir davon durch Andere hören oder selbst aus unseren Erfahrungen oder der Erfahrungen andrer schlussfolgern, auf diese der gereinigten Wahrnehmung sich anbietende Beschaffenheit des Objekt/Subjekts zu schließen. Offensichtlich passt dieses Leben mit einer solchen Wahrnehmungsweise so wenig in die üblichen Vorstellungen, dass wir es selbst durch die persönliche Entwicklung erfahren müssen. Es kann nur mangelhaft durch andere erklärt werden
I,50
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Transkription
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tajjaḥ saṃskāro’nya-saṃskāra-pratibandhī
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Übersetzung
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Der daraus geborene Eindruck samskāra (ist) Hemmer des Eindrucks samskāra des „Anderen“
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Aus der reinen Wahrnehmung eines Objekts/Subjekts auf diesem Level entsteht dann wieder ein neuer Eindruck, der den individuellen Resteindruck aus I,18, der mit der erfreulichen Leere der Pause in den Bewusstseinstätigkeiten verknüpft ist, schließlich auch noch verlöschen lässt.
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I,51
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tasyāpi nirodhe sarvanirodhānnirbījassamādhiḥ
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In der Hinderung sogar dessen (entsteht) aufgrund der Hinderung aller Vollbringung ohne Samen nirbījaḥ samādhi
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Dieser neue Eindruck bleibt, weil er ein „Eindruck ohne Eindruck“ ist. Der „Eindruck ohne Eindruck“ schwindet von selbst durch weitere Übung. Die Wahrnehmungshaltung der Seinsweise in der Welt ist nun frei von individuellen, den Objekten/Subjekten unsere Konzepte aufdrückenden Verfälschungen. Wir sehen uns und alles andere, wie es ohne unsere individuelle Meinung ist. Dies führt möglicherweise zur Sichtweise, dass das Selbst von Objekt/Subjekt und unser Selbst gleich ist. Individuelle konzeptionelle Unterschiede gibt es nicht.
Kapitel 1 ist alltagstauglich
Stress entsteht durch Überlagerung individueller Konzepte auf sich als Subjekt und auf andere Dinge und Menschen als Objekt/Subjekt. Wir sind beindruckbar und bedrückbar durch die individuellen Konzepte anderer und beeindrucken und bedrücken Andere durch unsere individuellen Konzepte. Die sutrāṇi schlagen vor, die Konzepte aufzugeben mittels ununterbrochener, regelmäßiger Übung in der reinen Wahrnehmung durch Meditation und/oder Übung der Wahrnehmungshaltung im Alltag. Die Vehaftung an unsere Individualität und die der anderen sinkt. Es entsteht eine stressfreie allgemeingültige Seinsweise ohne Bewertung durch individuelle Konzepte.
Im Sinn von asteya -nicht Stehlen- muss auf die Autorschaft bei Kopie und anderer Verwertung hingewiesen werden - 5.10.07 bg
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