|
Karnataka, der Bundesstaat Indiens, in dem Mysore liegt, ist Indiens achtgrößter Staat von Bewohnern unter der Armutsgrenze.
1.39 Millionen lebten 2004/2005 in Karnataka unter dem Existenzminimum. Das ist ein Viertel der Bevölkerung des Bundesstaates - unvorstellbar.
Auf dem Land beträgt der Prozentsatz der Armen 21%,in der Stadt 33%.Diese Zahlen beruhen auf der Festsetzung eines Minimums von 325 Rupien. Darunter fällt man unter die offizielle Armutsgrenze. Da jedoch für Gesamtindien ein Minimum von 356 Rupien angesetzt wird, würde in Karnataka der Prozentsatz der Armen nochmals erheblich steigen, wenn man diesen Prozentsatz auch hier zur Anwendung kommen ließe. Ich wüsste nicht,wie ich damit überleben sollte. Die Methoden dafür sind mir unbekannt. Zwar ist ein Kilo sehr schlechter Reis für die Armen für 3-5 Rupien erhältlich, doch benötigt ein Mensch, auch wenn er ganz wenig isst, und Essen aus Reis mit Paste oder gewürztem Wasser besteht, doch immerhin 30 Kilo im Monat. Man muss wohnen, man muss Transportmittel benutzen, kleine und große Geldkatastrophen treffen auch die Armen. Wo kommt das Essen dann her? Wo lebt dieser Mensch? An dieser Situation hat sich noch nichts geändert. Die "Low-Income-Group" beginnt bei 1500 Rupien Einkommen, weit über dem Existenzminimum. Die andern Staaten, die ebenfalls eine große Gruppe Hungernder beheimaten sind Orissa, Uttar Pradesh, Bihar, Maharashtra, West Bengal, Madhya Pradesh und Tamil Nadu - die südindischen Staaten.
In Mysore gibt es viele Slums, kleine, in sich geschlossene Communities, in denen Leute wohnen, die nichts besitzen, weil sie ihr Geld, sofern sie an welches gelangen, für Essen ausgeben müssen. Mitte August 2007 kündigte der District-Incharge-Minister Deve Gowda in Mysore an, dass die Slums ab September ein "Facelift" erhalten sollen: Wasserversorgung, Elektrizität, Drainagesysteme, einige Häuser. Über 20 Slums wurden für die erste Phase registriert: z. B. KSRTC Colony, RMC Yard. Für die zweite Phase wurden nochmals 41 weitere Slums notiert: darunter Hanumanthanagara, Kesare I, II und second stage. Weitere bekannte Slums sind: KR Market in Chamarajpayet, Mysore Road, Anandpura, Tippunagar, Kalasipalya, Sudhamnagar; dazugehörige Tempel: Karekal Anjaneya Swami Temple, Kote Jalakanteshvara Mandir.
Deccan Herald Mi 14. April 2007
Foto von einer Kindergruppe, die Schlammwasser aus einem winzigen Tümpel für Trinkwasser durch ein Tuch in einen Topf filtert. Die Kinder gehören zur Lambani Community, einer Stammesgruppe

Je mehr die Wohlhabenden in Indien vom Aufschwung profitieren, die Mittelklasse stärker wird, desto mehr Bettler gibt es in Mysore. Ihre Präsenz im Stadtbild steigt von Jahr zu Jahr: Kinder mit Kleinkindern auf dem Arm, alte Frauen und Männer, alte Eheleute, Frauen mit Kindern.Die Kinderarbeit wird öffentlich gelegentlich angeprangert, aber weiter nach Belieben durchgezogen. Die, die besitzen, schauen bei allem, was sie nicht persönlich betrifft, weg. Ihr Wohlstand beruht auf der Ausbeutung von einem Drittel der Bevölkerung.
|