Patanjali
Anrufung
Übersetzung
Vorspann
samadhi - An
samadhi - Aus
sadhana - An
sadhana - Aus
vibhuti - An
vibhuti- Aus
kaivalya - An
kaivalya - Aus

                            

Die vorliegende Wort-für-Wort Übersetzung beruht auf der Analyse des Sanskrittextes, wie sie verantwortlich für jede Übersetzung vorausgearbeitet wird. Dazu wurden Erläuterungen unter dem Punkt „Übersetzung“ vorangestellt.

    Einige Abkürzungen, die im Lexikonteil vorkommen

            G = Ganapati

ziemlich fitter „native Speaker“ des Sanskrit, Absolvent der Saṃskṛtaṃ Paṭhaśālā in Mysore, Sanskritlehrer an einer Schule in Mysore und Tutor. Er ist ein Sarasvata-Brahmaṇa, dessen Ahnenlinie sich Tausende von Jahren zurückverfolgen lässt. Sie siedelten an den Ufern des Sarasvatī-Flusses, der häufig im ṛgveda erwähnt wird. Nach seiner Austrocknung vor sehr langer Zeit begann eine Völkerwanderung, die diese Siedler in alle Welt führte. Seit einigen Jahrzehnten ist das Flussbett verifiziert und sein Verlauf durch Bohrungen und Ausgrabungen belegt. Im Westen hielt man den Fluss für einen Mythos, bis er schließlich ausgegraben wurde.

            J =  Dr. M. A. Jayaśrī

Doktorin des Sanskrit der Universität Bangalore (Dissertation über den „Geist“ in der indischen Philosophie). Sanskritlehrerin an einem College in Mysore und Lektorin an der Universität Mysore. Verheiratet mit einem Brahmanen, dessen Großvater noch die ganze Straße neben dem Jagan Mohan Palace, in der auch ihr Haus ist, von dem damaligen Rāja zur gerechten Verteilung an würdige Brahmanen geschenkt erhielt.

            PM = Prasannakṣī

Sanskritgelehrte, lange Jahre Lehrerin am Maharaja College Mysore, seit kurzer Zeit in Frührente und fulltime mit der Förderung und Vermittlung von Sanskrit beschäftigt.

Sie halfen bei den Anfängen dieser wörtlichen Bestimmung des Textes. Da alle jedoch kein großes Interesse am Inhalt des Textes haben und niemand bereit war, über grammatikalische und daraus entstehende inhaltliche Probleme länger nachzudenken, konnte die Investition ihrer Zeit nur eine erste Hilfestellung sein, um schließlich selbst die grammatischen und inhaltlichen Probleme zu lösen. Der Text wird in Indien vergleichsweise wenig studiert. Von denen, die ein spirituelles Interesse an ihm haben, wird er in ihrem individuellen Interesse interpretiert oder übersetzt. Insofern ist wenig Hilfe für eine vertrauenswürdige Übersetzung des Textes in seinem Mutterland gegeben.

            BG = Beate Guttandin

die, die sich die Mühe gemacht hat, eine wörtliche Übersetzung der sūtrāṇi zusammenzustellen, die auf einer fundierten und beweisbaren Grammatikanalyse beruht. Deshalb hat sie nach Abschluss des Religionswissenschaftlichen Studiums noch ein Sanskritstudium an der Universität Köln begonnen. Nach 2 Semestern wurde klar, dass die Vermittlung des Sanskrit öde und uneffektiv bleiben würde. So machte sie sich nach Indien auf und unterwarf sich der einheimischen Sanskritvermittlung bei der Organisation Sanskritam Bharati, wo sie bis dato 2 der vier Examina des „Großen Sanskritum“ bestand und hoffentlich bis Ende August 2008 alle vier in der Tasche hat. Das Sprachstudium ist didaktisch perfekt von hervorragenden Sanskritisten aufgebaut und führt zu   tiefer Kenntnis von Grammatik und tatsächlich auch zu Sprachgefühl. Originaltexte verschiedener Beispiele der Tradition, Sprichwörter, Tageslosungen, Ritualverse, Anrufungen, Gebete und Einblick undfast alle Bereiche der Kultur und Literatur des Sanskrit werden während der Lehrzeit behandelt. Jedes Semester beinhaltet 12 Studienhefte, die für die jeweiligen Prüfungen zum größten Teil auswendig gewusst werden müssen. Eine Herausforderung.

    Original- Textquelle

svāmī  śrībrahmalīnamuniḥ, patañjalayogadarśanam, mit vyāsabhāṣya und des Autors Kommentar in Hindi, Kāṣī saṃskṛta granthamālā (series) 201; Varanasi 1970

    Benutzte Lexika

Klaus Mylius, Langenscheidts Handwörterbuch: Sanskrit-Deutsch, Originalauflage Leipzig 1988, 7. Auflage, Berlin München 2001: reicht an für sich aus, um alles zu übersetzen.
MW
: Monier –Williams: weiteres englisches Lexikon, zusätzlich konsultiert in den wenigen Fällen, wo dies nötig erschien.

    Übersetzungsanmerkungen

Zur Satzvervollständigung wurden ausschließlich die Hilfsverba „sein“ und „geschehen“, sowie „gibt es“. benutzt Die Sanskritgrammatik des sūtra-Stils sieht unter dem Begriff „adhyāhāraḥ“ eine solche Hinzufügung einfachster Verba des Übersetzers oder Interpretators vor.  In den sūtrāṇi kommen Verba ansonsten selten vor.
Es wurden zudem nur die Worte verwendet, die im Lexikon verifiziert werden konnten. Es wurden keine Worte neu erschaffen. Dies ist eine Wort-für-Wort Übersetzung. Deshalb kommt sie ein wenig holprig daher. Dadurch bleibt sie aber kraftvoll und zeigt sich auch in deutscher Sprache  ganz direkt, wie es ein sūtra vorsieht. Sie dient der Anregung der buddhi, dem wahrnehmend/ intuitiven Verstand.
Die Aussagekraft wird, wie es auch der sūtra-Stil vorsieht, komprimiert energetisch dargeboten. Die Wirkung der Bewußtseinsinhalte der Übersetzerin auf den Text und die Rezipienten wird verringert. Die direkte Wahrnehmung der Inhalte des Textes wird ohne Umwege über das individuelle Bewusstsein der Übersetzerin gefördert.

    Die Bearbeitung

... entspricht etwa einem 6. Durchgang von 9 Durchgängen, die für ein abgeschlossenes Werk dieser Art nötig sind. Obwohl die ersten drei Durchgänge hauptsächlich der Auflistung, sandhi-Auflösung, lexikalischen Auflistung und ersten Übersetzungsbemühungen durch Kompositabestimmungen dienten, musste diese Arbeit vor der Reflektion über den Inhalt getan werden. Ich danke all denen, die mit mir aufgrund dieser Anfänge bereits versucht haben, der wahrheitstragenden Bedeutung der sūtrāṇi näher zu kommen. Weitere Durchgänge dienen der Glättung, besserer Bestimmung und Einarbeitung von Korrekturen. Es wird noch kein Anspruch auf Absolutheit erhoben.
Die Hauptarbeit bestand und besteht darin, sich von Gelesenem zu befreien und auf die Grammatik, das Sprachgefühl und die Intuition der praktischen Arbeit mit dem Text zu vertrauen.